Wolfgang Blank war bei Sweet Tec in Boizenburg zu Besuch und hat neben der Firmengeschichte und ein paar Gummibären auch Hausaufgaben mitbekommen.

MVs Wirtschaftsminister Wolfgang Blank befasste sich bei Sweet Tec in Boizenbrug einmal ganz intensiv damit, wie viel Arbeit in der Produktion von Süßwaren steckt. (Foto: Sascha Nitsche)
Die Bonbonfabrik Sweet Tec in Boizenburg ist eine Erfolgsgeschichte. Seit genau 20 Jahren gibt es diesen Sektor im Süßwarenimperium, das maßgeblich von Oliver Schindler in der Stadt an der Elbe aufgebaut worden ist. Täglich wird hier millionenfach Naschkram in sämtlichen Variationen produziert und so dafür gesorgt, dass ein wenig „Made in Boizenburg“ Menschen in über 40 Ländern auf der Zunge zergeht.
Wirtschaftsfaktor Süßigkeit
Über 800 Menschen sind im gesamten Süßwaren-Kosmos, den Oliver Schindler im Laufe der Zeit aufgebaut hat, damit beschäftigt, diese kleinen Sünden zu produzieren. Und ein Ende der Kapazitäten ist weiterhin nicht in Sicht. Für die Produktion bei Sweet Tec ist, pünktlich zum 20. Bestehen dieser Firma, erst eine Summe im zweistelligen Millionenbetrag in die Hand genommen worden, um eine neue Produktionslinie zu installieren, die den Output an Süßem noch einmal verdoppeln kann.
Da verwundert es nicht, dass sich auch MVs Wirtschaftsminister Wolfgang Blank einmal ein Bild von dem Unternehmen machen wollte. Zumal der Süßwaren-Kosmos an der Elbe sowohl von Boizenburgs Bürgermeister Rico Reichelt als auch von Stefan Sternberg als Landrat des Landkreises Ludwigslust-Parchim als enorm wichtiger Akteur in der Region bezeichnet wird.
Wirtschaftlicher Erfolg muss erarbeitet werden
Der Minister zollte dabei großen Respekt für das, was in Boizenburg geschaffen wurde. Vor einer Führung durch die Bonbonfabrik und ein paar Naschereien auf diesem Weg bekam Wolfgang Blank allerdings auch noch ein paar saure Drops zu lutschen.
Oliver Schindler sprach neben den Erfolgen der Firma nämlich auch klar an, dass aktuell ein Bürokratiemonster in Deutschland dafür sorge, dass Unternehmen und somit die gesamte Wirtschaft schwächeln. Geld müsse eigens für mehrere Stellen ausgegeben werden, damit die gesamte Zettelwirtschaft bewältigt werden kann. Euros, die in den Augen von Oliver Schindler allerdings in Wachstum besser investiert wären.
Ein Problem, das dem Wirtschaftsminister nicht neu ist. Er will, dass alle an einem Strang ziehen, um es zu lösen. Denn, es gehe dabei natürlich auch um die Wahrung von Standards, die die Produktion in Deutschland zu dem gemacht haben, wofür sie in der Welt bekannt ist. Bürokratie mache demnach keine Verwaltung, um andere zu ärgern. Die Ausmaße, die sie angenommen hat, habe allerdings auch der Wirtschaftsminister erkannt.
Problem: Die Menschen in MV werden nicht jünger
Bislang nicht ganz so offensichtlich, aber schon als dunkler Streifen am Horizont ist derweil ein weiteres Problem, das Oliver Schindler während des Ministerbesuchs in Boizenburg klar anspricht. MV stehe demnach in Bezug auf Fachkräfte oder überhaupt Manpower vor einer Mammutaufgabe, deren Lösung schon jetzt in Angriff genommen werden müsse.
Die Überalterung treffe das bevölkerungsarme Bundesland im Nordosten früher und stärker als den Rest der Republik. Da müssten schon jetzt die Weichen gestellt werden, damit die Wirtschaft hier überhaupt am Laufen gehalten werden kann. Denn die neueste und ertragreichste Produktionslinie nütze nur wenig, wenn sie nicht auch von Menschen betrieben werde.

Stefan Sternberg kennt Sweet Tec und den Erfolg der Firma. Er will, dass das auch in Zukunft noch so ist. (Foto: Sascha Nitsche)
Damit Sweet Tec und all die anderen erfolgreichen Firmen im Landkreis Ludwigslust-Parchim also ihre Geschichte noch weiter schreiben können, muss in diesem Sektor gehandelt werden. Da trifft es sich gut, dass auch Stefan Sternberg unterstreicht, dass er hier einen Plan für die Zukunft will. Der schon süße Landkreis soll in seinen Augen nämlich auch weiterhin süß bleiben.
